WOHNHAUS G

Krauchenwies



So schön das Grundstück oberhalb des Dorfes im Südwesten des Baugebiets liegt, so schwierig war es auch aufgrund seines konischen Zuschnitts beplanbar. Den Bauherrenwunsch, zur Straße hin geschlossen und zum Tal hin offen wohnen zu wollen, galt es kompromisslos zu erfüllen.

 

Eine „geschlossene Rückwand“ zum Anlehnen und „grenzenloses Wohnen“ ausgerichtet zur unverbaubaren Hangkante, von welcher aus sich der unerwartet herrliche Blick über das Dorf und das Tal entlang erstreckt. Entsprechend uneinsichtig gibt sich das Haus zur Straße hin und fügt sich trotz vorgelagerter Veranda fast schüchtern und zurückhaltend ins Wohngebiet ein. Unmittelbar nachdem man jedoch das Haus betritt, öffnet sich der Ausblick, gleichwohl ob im Ess- und Kochbereich über die Terrasse hinweg oder im Wohnbereich, wo durch ein großes Panoramafenster die Kirchturmspitze fast schon unwirklich zum Greifen nah scheint.

Der Gebäudeumriss umrahmt einen nur bedingt einsehbaren Grundstücksbereich Richtung steil abfallender Hangkante, wodurch gepaart mit bereits gewachsenem Grün quasi ein intimer Innenhof entsteht. Das vertikale Erscheinungsbild des Hauses löst sich in mehrere horizontale Winkel auf. Sei es der homogene und den Hauseingangsbereich überdachende Winkel nordseitig zur Straße hin, als auch die sich räumlich stapelnden Winkel der Südansicht, deren Staffelung dem Gebäude eine dreidimensionale Tiefe verleihen.

Die hinter den weißen Winkeln schwarz zurücktretenden Glasflächen sorgen innenräumlich für Wohnqualität mit Weitblick. Durch die kubische Schachgeltung der einzelnen Baukörper entgehen in und außen eine Vielzahl schöner Orte, je nach Charakter genutzt für Intimität oder Geselligkeit.

07 | 2017

Im Portrait

 

Südkurier-Redakteurin Kirsten Johanson besuchte die Familie Gauggel in ihrem Eigenheim und veröffentlichte das Interview mit Architekt Marcel Gauggel im Magazin Hausblick. Den ganzen Artikel lesen   >>>