Neue Sporthalle in Krauchenwies eingeweiht

Vor rund 100 geladenen Gästen wurde im Rahmen eines Festaktes der Sporthallenneubau der Sophie-Scholl-Schule in Krauchenwies eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben.

 

Von Anfang an sei klar gewesen, dass in den Entscheidungsprozess auch die künftigen Mitbenutzer der Halle, also die Vereine, einbezogen werden sollen, so Bürgermeister Jochen Spieß in seiner Ansprache. Dank galt allen Beteiligten für die stets gute und fruchtbare Zusammenarbeit, sei es mit Behörden, dem Architekten, den ausführenden Firmen, den Vereinsvorstenden oder dem Gemeinderat. Bereits 2009 wurde Architekt Marcel Gauggel bezüglich einer Machbarkeitsstudie angefragt, die zumindest mit einem Kostenvolumen von rund 3,6 Millionen Euro positiv ausfiel. Es sollten alle Hallensportarten mцglich sein, fьr den Schulsport, wie auch im Vereinssport.

Nichts bleibt wie es ist, und so kamen natürlich Änderungen. Der Gemeinderat, und allen voran Jochen Spieß, wollte die Halle um neun Meter verlängert sehen, damit ein der Norm entsprechendes Handballfeld möglich ist, und dafür auch noch die Kosten auf 2,5 Millionen Euro deckeln.

 

Erstellt wurde eine Halle mit einer gewissen Ausstrahlung, allen notwendigen Einrichtungen, ohne unnötige Schnörkel. Die Wände sind mit rotem Teppichmaterial verkleidet, das auf 2,5 Zentimeter dickem Schaumstoff befestigt ist, als Aufprallschutz. Positive Nebeneffekte: Die Halle vermittelt einen warmen, ansprechenden Eindruck und der bekannte akustische laute Halleneffekt bleibt aus. Marcel Gauggel, gefragt, ob er anfangs nicht mal dachte, den Auftrag abzulehnen, angesichts der Kosteneinschränkung und der Änderungswünsche, meinte freimütig: „Also, da bin ich ganz ehrlich, es war natürlich eine Vorgabe, in die ich mich erst mal einarbeiten musste.

 

Ich habe mehrere Hallen im süddeutschen Raum angeschaut und festgestellt, diese gewünschte Grüße und dieses Raumkonzept ist mit diesem Kostenziel nicht realisierbar.“ Der Besuch der Halle in Bodman, die sich mit dem Krauchenwieser Wunsch vergleichen lässt, gab dann schließlich den Ausschlag, da dort ein ähnliches Kostenziel erreicht wurde. So haben wir die Herausforderung dann doch angenommen.

 

 

„An dieser Halle will ich mich messen lassen“, meinte er noch vor Baubeginn. „Alle Ziele wurden erreicht, die einjährige Bauzeit, der enge Kostenrahmen und der raue Charme der Halle ohne Kosmetik“, so Marcel Gauggel.

Und alles trotz Widrigkeiten, wie Insolvenzen und Unwetterschadens. Herbert Klawitter, der Hausmeister der Schule erzählt: „Geheizt wird mit einer reinen Pelletheizung mit 100-KW-Leistung, die den Brennstoff dem Ofen automatisch zuführt. Die Wärmeregelung erfolgt vollautomatisch.“ Mehrarbeit habe er wohl durch die neue Halle nicht, meint er, zumindest solange sie neu ist.

Zu Beginn des Festakts begrüßte Bürgermeister Spieß neben den Vereinsvorstenden besonders den sportbegeisterten Altbürgermeister und Ehrenbürger Heinz Schöllhammer, die Schulleiter der Sophie-Scholl-Schule und der Fidelsschule (Kooperationsschule) Werner Hall und Monika Tilch-Fuchs, den ersten Landesbeamten Rolf Vögtle, Pfarrer Moser, der die Halle weihte, und den Architekten der Halle, Marcel Gauggel von Planbau Gauggel GmbH.

 

Altbürgermeister und Ehrenbürger Heinz Schöllhammer war begeistert und verzog lachend ein wenig das Gesicht: „Die Halle ist toll, etwas Hervorragendes, bloß, was ein bisschen schmerzt, meine Halle, die ich mal mit enormer Anstrengung gebaut habe, die hat man halt nicht mehr brauchen können, sie musste weichen. Allerdings für etwas Gutes“.

Marcel Gauggel überreicht den symbolischen Schlüssel an Jochen Spieß, der ihn weitergibt an Dorothe Reichle und Harald Nöth vom Turnverein sowie an Rektor Werner Hall und den Vorsitzenden des FC Krauchenwies Ralf Epple (von links). Bild: Rainer Ohmacht

 

 

 

Bericht von Rainer Ohmacht, SÜDKURIER, Ausgabe Oktober 2014 

 

Bilder SPORTHALLE KRAUCHENWIES >>>